Porträt - Merkmale und Beispiele

Das Porträt
Ein erfolgreiches Porträt schreiben
Unmittelbarkeit und Aktualität
Wertungen vermeiden
Beispiel für ein Porträt


Porträt


Das Porträt

Das Porträt ist eine besondere Textsorte. Hierbei werden besonders bekannte Personen des öffentlichen Lebens vorgestellt oder sogar ganze Firmen. Gegenstand des Porträts können Wirtschaftsmanager, Schriftsteller Künstler usw. sein, deren Wirken in einer biografische Skizze formuliert wird. In der Regel werden Porträts geschrieben, wenn ein besonderer Anlass hierfür vorliegt.

Eine Firma feiert ein langjähriges Firmenjubiläum, ein Wirtschaftsmanager konnte eine neue und wichtige Stelle antreten, ein Schriftsteller hat ein neues Buch veröffentlicht oder wird für sein Werk geehrt.


Ein erfolgreiches Porträt schreiben
Ein erfolgreiches Porträt beschreibt zwar oft die vollständige Biografie, doch das Porträt konzentriert sich in der Regel auf ein besonderes Ereignis oder eine außerordentliche Leistung des Porträtierten. Dabei lebt das Porträt von der Anschaulichkeit, mit der die betreffende Person beschrieben wird.

Unmittelbarkeit und Aktualität
Um den Eindruck von Unmittelbarkeit und Aktualität zu erzeugen, wird heute im Porträt gerne das Präsens verwendet. Jahreszahlen und Stationen des Lebens sollten nicht willkürlich aneinander gereiht werden, sondern einen bildhaften Zusammenhang ergeben.

Wertungen vermeiden
Ein Porträt sollte die beschriebene Person nicht mit unnötigen Wertungen versehen, sondern über das Leben und Wirken der Person informieren.

Beispiel für ein Porträt im Präteritum
Ferdinand Freiligrath
Dichter

Im Jahre 1835 wurde durch den von Chamisso und Schwab herausgegebenen Musenalmanach ein junger Dichter bei der deutschen Lesewelt eingeführt, den bis dahin niemand gekannt hatte, der aber sogleich die allgemeine Aufmerksamkeit erregte. Sein Name war Ferdinand Freiligrath. Die wohlwollende Beachtung, die sein erstes Auftreten allenthalben fand, veranlasste ihn, auf der eingeschlagenen Bahn weiter fortzuschreiten. Er lieferte Gedichte ... und bald gehörte er zu den erklärten Lieblingen des Publikums. Er war aber auch eine ganz eigentümliche Erscheinung; er frappierte (überraschte) durch die Neuheit seiner Stoffe und fesselte durch den seltenen Wohllaut seiner Verse. Die Blumen, die er aus seinem politischen Füllhorn schüttete, waren nicht auf deutschen Fluren gepflückt ... . Es war die Wunderwelt des Orients, die Freiligrath mit dem Zauberstab seiner Fantasie erschloss, das märchenhafte Morgenland, dessen Schätze er vor den Augen seiner staunenden Landsleute ausbreitete und dessen eigenstes Wesen er in prachtvollen Bildern veranschaulichte. Was andere Dichter zu begeistern pflegt - Frühling, Freundschaft, Liebe, Wein etc. - über Freiligrath übte es keine Macht aus.

Ihn zog nur das Energische, Wilde, Fantastische an und das fand er in dem zahmen Europa nicht. Darum flüchtete seine Muse an den Fuß des Libanon und des Sinai, an das Gestade des Niger und des Senegal. Dort freute sie sich an dem Kampf des Tigers mit der Riesenschlange, belauschte den Löwen, der auf Beute lauernd, im hohen Uferschilfe ruhte, mischte sich in die Schlachten wilder Stämme, ´...  und ruhte in einem Nomadenzelte aus, das in einer Oase aufgeschlagen war. Zuweilen schwang sie sich auch über den Ozean hinüber... , trat in das Wigwam des Indianers und folgte mit dem roten Mann den Spuren ... des Bisons. Oder sie begleitete den kühnen Schiffer auf gefährlicher Seefahrt und träumte mit ihm von den Wundern der unbekannten Länder, die sein Fuß betreten würde. In allen diesen Regionen war Freiligrath heimisch wie keiner vor ihm und er bewies ein wahres Eroberungsgenie in der Art, wie er sich in die fremden Zustände, die er doch nicht mit leiblichem Auge gesehen hatte, zu verkörpern wusste.

Freiligrath ist geboren am 17, Juni 1810 zu Detmold im Fürstentum Lippe, wo sein Vater Lehrer an der Bürgerschule war. Den ersten Jugendunterricht genoss er auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt, musste dasselbe jedoch wegen Unzulänglichkeit der Vermögensumstände des Vaters verlassen...

Quelle: Zeitgenossen in Biographieen und Porträts, Jena 1849. (Ausschnitt)

Das Porträt - Merkmale und Bespiele zum Ausdrucken.
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Das Portait für  Klasse 6, Klasse 7, Klasse 8, Klasse 9.

Porträt vonF. FreiligrathAufsätze schreiben für Klasse 5, Klasse 6, Klasse 7, Klasse8, Klasse 9, Klasse 10:
Bericht - Reportage
Bildinterpretation
Gegenstandsbeschreibung
Gedichte interpretieren
Gedichte 5 - 6
Inhaltsangabe
Nacherzählung
Personenbeschreibung
Textinterpretation
Vorgangsbeschreibung
Textgattungen
Zeitungsbericht

Das Portait im Unterricht

Das Portait für Klasse 9, Klasse 10, Klasse 11 und Klasse 12. Aufbau und Merkmale für das Portait, Begriffe und Bedeutung. Textarten und Textsorten bestimmen - das Porträt. Die Sprache in Textsorten und Textarten.  Ein Porträt sprachlich und formal interpretieren. Subjekt, Prädikat, Dativobjekt, Akkusativobjekt und alle Satzglieder. Deutsch Aktiv und Passiv üben, Fabeln und Balladen.
Bild: Zeitgenossen in Biographieen und Porträts, Jena 1849.


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